Unabhängige Rentenberatung
Drucken

Pflegebedürftigkeit

Veröffentlicht in Rentenberatung - Gesetzliche Pflegeversicherung

Pflegeversicherung

Die letzte statistische Erhebung vom 31.12.2005 gibt Auskunft darüber, dass etwa 2,58 Prozent der Bevölkerung pflegebedürftig ist.

Entweder durch Angehörige zu Hause und ambulante Pflegedienste (z.B. Caritas, Diakonie) oder in Heimen wird die Pflege durchgeführt.

Die Pflegeversicherung wurde 1995 eingeführt und wird aktuell im Jahr 2008 neu reformiert.

Nachfolgend erhalten Sie spezielle Informationen zum Begriff der Pflegebedürftigkeit und die Zuordnung nach den Pflegestufen verbunden mit der Leistungshöhe der Pflegeversicherung/Pflegekasse auch im Hinblick auf die gesetzlichen Änderungen im Jahr 2008.

Begriff  Pflegebedürftigkeit

Alle Personen sind pflegebedürftig, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die regelmäßigen und gewöhnlichen immer wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer (mindestens 6 Monate) der Hilfe bedürfen.

Pflegestufe I = erhebliche Pflegebedürftigkeit

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung überprüft im Auftrag der gesetzlichen Krankenkasse/Pflegekasse ob und in welchem Umfang ein Versicherter pflegebedürftig ist. Pflegestufe I liegt vor, wenn die zu pflegende Person täglich mindestens 90 Minuten Hilfe durch die Angehörigen oder ambulante Pflegedienste benötigt und dies für voraussichtlich mindestens 6 Monate.

Aus den 90 Minuten müssen mehr als 45 Minuten für Grundpflege (z.B. Körperpflege, Ernährung) entfallen. Zusätzlich muss ein Bedarf an einer hauswirtschaftlichen Versorgung vorliegen (z.B. putzen, kochen, einkaufen).

Höhe der Leistung 

Bei der Pflegestufe I erhalten Angehörige für die Pflege z. Zt. 205 € (2008 = 215 € / 2010 = 225 / 2012 = 235 €) monatlich an Pflegegeld.

Übernimmt ein ambulanter Pflegedienst die Pflege bezahlen die Pflegekassen z. Zt. 384 € (2008 = 420 € / 2010 = 440 € / 2012 450 €).

Pflegestufe II = Schwerpflegebedürftigkeit 

Schwerpflegebedürftigkeit liegt vor, wenn mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten eine Hilfe benötigt wird. Die zu pflegende Person muss durchschnittlich einen täglichen Zeitaufwand von mindestens drei Stunden an Hilfe benötigen. Der Anteil an der Grundpflege muss davon mindestens zwei Stunden betragen.

Höhe der Leistung 

Bei der Pflegestufe II erhalten Angehörige für die Pflege z.Zt. 410 € (2008 = 420 € / 2010 = 430 € / 2012 = 440 €) monatlich an Pflegegeld.

Übernimmt ein ambulanter Pflegedienst die Pflege bezahlen die Pflegekassen z Zt. 921 € (2008 = 980 € / 2010 = 1040 € / 2012 = 1100 €). 

Pflegestufe III = Schwerstpflegebedürftigkeit

Für die hauswirtschaftliche Versorgung und die Grundpflege beträgt der zeitliche Umfang durchschnittlich fünf Stunden und mehr. Mindestens vier Stunden davon sind für die Grundpflege vorgesehen. Für die Pflegestufe III gilt eine Versorgung und Hilfeanspruch „rund um die Uhr“. Die meisten Menschen sind dauerhaft bettlägerig, können nicht essen und auch nicht auf die Toilette gehen. 

Höhe der Leistung

Bei der Pflegestufe III erhalten Angehörige für die Pflege z. Zt. 665 € (2008 = 675 € / 2010 = 685 € / 2012 = 700 €) monatlich an Pflegegeld.

Übernimmt ein ambulanter Pflegedienst die Pflege bezahlen die Pflegekassen z Zt. 1432 € (2008 = 1470 € / 2010 = 1510 € / 2012 = 1550 €).

Härtefälle 

Ein Härtefall liegt vor, wenn der Pflegebedürftige auch nachts von mehreren Pflegekräften gleichzeitig betreut werden muss. Auch gilt das, wenn die Hilfe täglich mehr als sieben Stunden für Ernährung, Körperpflege und Mobilität erforderlich ist. Davon müssen aber mindestens zwei Stunden in der Nacht notwendig sein. Diese Leistung wird nicht sehr häufig von den Krankenkassen gewährt, da hier ein zusätzlicher Anspruch auf Pflegegeld besteht.

Wenn Sie hierzu Fragen haben, steht Ihnen Ihr Rentenberater und Krankenkassenbetriebswirt Marcus Kleinlein gerne zur Verfügung.

Kombinierte Geld- und Sachleistung 

Nimmt der Pflegebedürftige die ihm zustehende Sachleistung nur teilweise in Anspruch, erhält er daneben ein anteiliges Pflegegeld. Das Pflegegeld wird in diesen Fällen prozentual vermindert, in dem der Pflegebedürftige Sachleistungen in Anspruch genommen hat.

Antragstellung 

Der Antrag auf Pflegebedürftigkeit ist bei der zuständigen Krankenkasse/Pflegekasse der pflegebedürftigen Person zu stellen. Eine ärztliche Bescheinigung zum Nachweis der Pflegebedürftigkeit ist nicht erforderlich. Diese Feststellung bzw. Prüfung erfolgt aufgrund einer persönlichen Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung

Auskunft, Beratung und Antragstellung 

Gerade bei der Ablehnung einer Pflegestufe ist ein fachlicher Rat nötig. Oftmals muss gegenüber der Krankenkasse/Pflegekasse ein Widerspruchs- oder auch Klageverfahren durchgeführt werden um eine Pflegeeinstufung zu erreichen. Aus diesem Grund ist ein fachliche und kompetente Beratung erforderlich. Ihr Rentenberater und Krankenkassenbetriebswirt Marcus Kleinlein steht Ihnen hierfür zur Verfügung.

Weitere Artikel zum Thema

Rentenberater

Kompetente Hilfe im Sozialrecht

Kompliziertes Thema Es ist unbestritten, dass das Sozialrecht zu einem der schwierigsten Rechtsgebiete gehört. Aus diesem Grund kann es nur dann eine gute Beratung geben,...

lesen

Der Schlüssel zu Ihrem Rechtsanspruch

Einfach Recht haben Die ständig komplizierter werdende Rechtswirklichkeit im Bereich der gesetzlichen Sozialversicherung erfordert eine leistungsfähige Rechtsberatung durch qualifizierte und kompetente Rentenberater. Transparent in...

lesen

Tätigkeitsgebiete

Aufgabenschwerpunkte Für folgende Tätigkeitsgebiete wurde Ihr Rentenberater Marcus Kleinlein vom Präsidenten des Amtsgerichtes Nürnberg zugelassen:  Gesetzliche Krankenversicherung  Gesetzliche Pflegeversicherung  Gesetzliche Rentenversicherung Innerhalb dieser Bereiche erteilt...

lesen

Gebühren eines Rentenberaters

Grundsätzliches Die Tätigkeit eines Rentenberaters wird freiberuflich ausgeübt. D.h. Rentenberater sind gleichbedeutend wie Rechtsanwälte gegen Gebühr tätig. Die Beauftragung eines Rentenberaters ist deshalb grundsätzlich gebührenpflichtig....

lesen

Über Rentenberater

Rentenberater? Was bzw. wer ist das?: Rentenberater sind freiberuflich tätige Experten, die ähnlich wie Rechtsanwälte tätig sind. Sie beraten ihre Mandanten unabhängig von den Versicherungsträgern....

lesen

Rentenberatung

Krebsdiagnostik im Ausland keine Leistung der Krankenkasse

Nicht im Leistungskatalog enthalten Gesetzliche Krankenkassen sind nicht verpflichtet, sämtliche Kosten für diverse Leistungen zu übernehmen. Dies gilt auch, wenn es sich dabei um eine...

lesen

DNA Analyse für ungeborene Kinder keine Kassenleistung

Keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung Die ärztliche Untersuchung ob ein ungeborenes Kind gesund oder krank ist kann nicht auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen durchgeführt werden....

lesen

Untersuchung wegen Schwangerschaftsdiabetes übernimmt Krankenkasse

Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung haben bestimmte Leistungsansprüche während der Schwangerschaft und nach der Entbindung. Diese werden in den sog. Mutterschaftsrichtlinien...

lesen

116 117 - die neue ärztliche Notdienstnummer

Zentrale Nummer für ärztlichen Bereitschaftsdienst Die kassenärztliche Vereinigung wird ab dem 16.04.2012 bundesweit eine neue zentrale Telefonnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst bzw. Notdienst einführen. Außerhalb...

lesen

Neue Verfahrensgrundsätze für maschinelle Erstattungsanträge nach dem AAG

Das Erstattungsverfahren nach dem Aufwendungsausgleichgesetz Arbeitnehmer, aber auch Teilzeitkräfte, deren  Arbeitsverhältnis seit mindestens vier Wochen besteht, haben Anspruch auf maximal sechs Wochen Entgeltfortzahlung durch den...

lesen

Rente Artikel

Auslandsrenten beitragspflichtig zur Sozialversicherung

Beitragspflicht für Auslandsrenten Am 14. April 2011 wurde vom Bundestag das „Gesetz zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit in Europa“ verabschiedet. Das am 29....

lesen

Absicherung der Rente durch freiwillige Beitragszahlung

Freiwillige Rentenversicherung: Sicherung der Rente Die gesetzlichen Rentenversicherung erfasst nahezu alle Arbeitnehmer: Sie sind  pflichtversichert, die Beiträge werden automatisch eingezahlt. Wenn jemand jedoch keine Pflichtversicherung...

lesen

Handwerkerpflichtversicherung soll abgeschafft werden

Keine verpflichtende Mitgliedschaft Die Rentenreformpläne des Bundesarbeitsministeriums sehen vor, dass die Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung für selbständige Handwerker künftig wegfallen soll.Selbständige, die in die...

lesen

Rentenkürzung bei Scheidung vermeiden

Das Prinzip des Versorgungsausgleiches Die  volle Rente trotz Scheidung?Die gibt es im Allgemeinen nicht, aber in Ausnahmefällen können Ausgleichsverpflichtete eine Kürzung ihrer Rente vermeiden.Bei Scheidung...

lesen

Abfindungszahlung bei der Hinterbliebenenrente

Abfindungszahlung bei Wiederverehelichung des Hinterbliebenenrentners Im Todesfall des Versicherten erhalten dessen hinterbliebene Partner, nämlich Ehegatten und eingetragene Lebenspartner, eine Witwen- oder Witwerrente. Das Hinterbliebenenrecht in...

lesen

Datensicherheit

Datenschutz ist uns wichtig, Ihre Daten werden immer vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.

Twitter

Tweets

Service

Der Rentenberater berät, unterstützt und vertritt Sie in den Bereichen gesetzliche Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung.